Dieses Glossar erklärt die Kernbegriffe des MCP-first-Ansatzes so, wie sie in Architektur, Sicherheitsmodell und Capability Design verwendet werden.
Grundbegriffe
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MCP, Das Model Context Protocol; ein offenes Protokoll, das es KI-Agenten ermöglicht, typisierte Fähigkeiten eines Systems (Tools, Resources, Workflows) strukturiert und berechtigungsgeprüft aufzurufen.
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MCP-first, Architekturprinzip, bei dem Software zuerst als vollständig steuerbares, maschinenlesbares Capability-System beschrieben wird; Webapp, Mobile App und Admin-UI entstehen danach als sekundäre Clients dieses Capability Layers.
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Capability, Eine fachliche Fähigkeit des Systems, die strukturiert beschrieben, typisiert, berechtigungsgeprüft und auditierbar ist; der eigentliche Kern des Produkts, unabhängig von einem konkreten Interface.
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Action / Action Layer, Eine einzelne ausführbare Fähigkeit (z. B.
create_project,send_external_email) als erste Schicht unterhalb aller Interfaces; Webapp, Agent, CLI und Worker rufen dieselbe Action auf. -
Adapter, Eine Schicht (z. B. MCP Server, Webapp-Backend, Mobile-App-API), die Anfragen entgegennimmt, Auth-Kontext mappt, Policies prüft und Aufrufe an den Action Layer weiterleitet, aber keine Business Logic enthält.
Bausteine
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Tool, Eine aufrufbare Aktion im MCP-System mit typisiertem Input-Schema, Output-Schema, Risikostufe und Confirmation Policy; entspricht einer Capability aus Agentenperspektive (Beispiel:
contacts.create). -
Resource, Ein lesbarer Datenpunkt oder Kontext, den ein Agent abrufen kann (Beispiel:
projects.list,contacts.get); liefert aufbereiteten Kontext statt roher Datenbankabfragen. -
Workflow / Prompt, Ein vorgefertigter, mehrschrittiger Ablauf, der einen Agenten durch einen komplexen Prozess führt; im MCP-Kontext oft als Prompt-Template modelliert, das Resources und Tools koordiniert.
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Policy, Maschinenlesbare Regel, die festlegt, wer welches Tool unter welchen Bedingungen aufrufen darf, welche Bestätigung nötig ist und ob autonome Ausführung erlaubt ist.
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Audit Event, Ein strukturierter, unveränderlicher Logeintrag für jede ausgeführte MCP-Aktion; enthält Identitäten, Risikostufe, Confirmation-ID und Zeitstempel, um vollständige Nachvollziehbarkeit herzustellen.
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Risk Metadata, Maschinenlesbare Kennzeichnung eines Tools oder einer Resource mit Risikostufe (
low/medium/high/critical/restricted) und weiteren Metadaten wie Reversibilität und externen Nebeneffekten. -
Human Confirmation Gate, Mechanismus, bei dem ein Agent vor der Ausführung eines riskanten Tools explizit die Zustimmung des Benutzers einholen muss; blockiert autonome Ausführung bis zur Bestätigung.
Identität & Zugriff
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Human User, Ein echter, eingeloggter Benutzer des Systems (z. B. Admin, Mitarbeiter, Projektmanager); Ausgangspunkt für Berechtigungsprüfungen und Delegationsketten.
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MCP Client, Die Anwendung, die mit dem MCP Server verbunden ist und Anfragen im Namen eines Benutzers oder Agents stellt (z. B. Claude Desktop, eine interne AI-App oder ein Worker-Prozess).
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Agent Identity, Die konkrete Identität eines Agenten oder automatisierten Workflows (z. B.
sales-assistant,payroll-agent); wird separat von der Benutzeridentität verwaltet und hat eigene Scopes und Beschränkungen. -
Delegated User Context, Der Mechanismus, bei dem ein Agent nicht mit globalen Systemrechten handelt, sondern ausschließlich im Rahmen der Rechte und des Kontexts eines bestimmten Benutzers oder einer konfigurierten Service-Rolle.
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Service Identity, Identität für Backend-zu-Backend-Prozesse ohne menschlichen Auftraggeber (z. B. Import Worker, Scheduled Job, Sync Worker); authentifiziert sich über mTLS oder signierte Service Tokens.
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Scope, Granulare Berechtigungseinheit, die genau beschreibt, welche Aktion auf welcher Resource erlaubt ist (Beispiel:
contacts:read,emails:send,billing:write); Tools und Resources prüfen Scopes vor der Ausführung. -
Tenant, Mandant in einem Multi-Tenant-System; jeder Datenzugriff ist tenantgebunden (
tenant:abc), sodass Agents niemals mandantenübergreifend handeln können, auch wenn ihre sonstigen Scopes dies technisch erlauben würden. -
Role, Bündel von Scopes, das einem Benutzer oder einer Agent Identity zugewiesen wird (Beispiel:
admin,manager,viewer); bildet die erste Autorisierungsebene vor tenant- und toolspezifischen Scope-Prüfungen.
Sicherheit & Kontrolle
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Risk Level, Klassifizierung eines Tools in
low,medium,high,criticaloderrestricted; bestimmt, ob autonome Ausführung erlaubt ist, ob Bestätigung erforderlich ist und ob Step-up Authentication verlangt wird. -
Schutzklasse, Kategorisierung jeder Resource und jedes Tools nach Datensensitivität:
Public(frei lesbar),Internal(nur eingeloggte Nutzer),Confidential(explizite Rolle erforderlich),Sensitive(eingeschränkte Kontextweitergabe),Critical(kein autonomes Handeln der KI),Forbidden for AI(darf durch KI-Agenten weder gelesen noch aufgerufen werden). -
Confirmation Policy, Regel pro Tool, die festlegt, welche Art von Zustimmung vor der Ausführung nötig ist:
no_confirmation_required,confirmation_required,step_up_auth_required,admin_approval_required,four_eyes_requiredodernot_allowed_for_ai. -
Step-up Authentication, Zusätzliche Authentifizierungsanforderung für besonders sensible Aktionen (z. B. Passwortabfrage, TOTP, Passkey), die über die laufende Session hinausgeht; wird bei
critical-Tools oder privilegierten Admin-Aktionen ausgelöst. -
Consent Ledger, Persistenter Datensatz aller erteilten Benutzerfreigaben für Agentenaktionen; speichert wer, wann, für welches Tool, in welchem Umfang und mit welcher Methode zugestimmt hat, Grundlage für Audit und Haftbarkeit.
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Human-in-the-loop, Prinzip, nach dem ein Agent bei sensiblen oder riskanten Aktionen aktiv die Entscheidung des Benutzers einholen muss, bevor er handelt; MCP-first bedeutet vollständig steuerbar, nicht vollautomatisch.
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Redaction / Context Filtering, Gezielte Bereinigung oder Zusammenfassung von Daten, bevor sie in den KI-Kontext gelangen; verhindert, dass Agents unnötig sensible Felder (z. B.
bankAccount,privateNotes) sehen, selbst wenn der Benutzer grundsätzlich Zugriff hätte. -
Dry Run, Ausführungsmodus eines Tools, bei dem alle Eingaben validiert und Nebeneffekte prognostiziert werden, ohne dass die Aktion tatsächlich durchgeführt wird (Beispiel:
emails.bulk_send(dryRun: true)); ermöglicht Vorabprüfung vor riskanten Operationen. -
Idempotenz, Eigenschaft eines Tools, bei wiederholtem Aufruf mit denselben Parametern kein unnötiges Duplikat zu erzeugen; wichtig für Retry-Logik und agentische Workflows, bei denen eine Aktion versehentlich mehrfach ausgelöst werden kann.
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Tool Discovery / Tool-Sichtbarkeit, Der Prozess, bei dem ein MCP Client die verfügbaren Tools eines Servers abfragt; in einem MCP-first System werden Tools bereits bei der Discovery nach Benutzer, Client, Tenant, Rolle und Scopes gefiltert, nicht erst beim Aufruf abgelehnt.